Lyme-Borreliose & Homöopathie
von Renate Krause, Klassische Homöopathie
München-Puchheim
Die Lyme-Borreliose wird durch verschiedene Borrelien-Arten verursacht, vier von 12 Arten sind humanpathogen. Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Bis zu 35% der Zecken sind mit Borrelien befallen, in Deutschland ist laut Robert-Koch-Institut nach einem Zeckenstich bei 1,5-6% der Betroffenen mit einer Infektion und bei 0,3-1,4% mit einer manifesten Erkrankung zu rechnen.
Die Infektion erfolgt meist zwischen März bis Oktober. mit dem Gipfel zwischen Juni und Juli (Erythema migrans) und Juli und August für die akute Neuroborreliose.
Die Lyme-Borreliose wurde nach dem Ort Lyme (USA) in dem gehäuft Gelenkseentzündungen nach Zeckenstichen auftraten, benannt. Entdeckung des Erregers von W. Burgdorfer im Jahre 1981.
Vorkommen:
Nordamerika, Europa, Asien; in allen Teilen Deutschlands
Infektionsweg:
Stich der Schildzecke I. ricinus (Holzbock)
Impfung:
Es existiert derzeit kein Impfstoff gegen Borreliose. Die üblige "Zeckenimpfung" schützt nicht vor Borreliose sondern richtet sich gegen die Frühsommermeningoencephalitis FSME
Inkubationszeit:
Tage bis Wochen Stadium I - Erythema migrans = an Stelle des Zeckenstiches, sich zentrifugal ausbreitende schmerzlose, scharf abgegrenzte Rötung (Erythem), oft im Zentrum mit Aufhellung. Dieses Stadium kann begleitet sein von Fieber, Bindehautentzündung, Kopfscherzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und Lymphknotenschwellungen.
Wochen bis Monate Stadium II - Neuroborreliose/Meningopolyneuritis als Leitsymptom, während des Schmerzsyndroms beobachtet man in 90% der Fälle asymmetrische und unsystematisch verteilte schlaffe Lähmungen, in über 60% der Fälle sensible neurologische Ausfälle. Meningitische oder enzephalitische Krankheitsbilder sind laut rki in Europa bei Erwachsenen relativ selten. Selten auch Auftreten von Manifestationen am Herzen. Seltene Hauterscheinung: Lymphadenosis cutis benigna (Borrelien-Lymphozytom), ein rötlich-livider Tumor, der bevorzugt an Ohrläppchen vor allem bei Kindern, Mamillen oder Skrotum auftritt.
Monate bis Jahre Stadium III - Lyme-Arthritis und Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer. sie verläuft schubweise oder chronisch, an einem oder mehreren Gelenken, am häufigsten Kniegelenke. Die Hauterscheinung (Acrodermatitis) führt zum Dünnerwerden der Haut (zigarettenpapierdünn) mit livider Verfährbung. Stellen: Akren und Streckseiten der Extremitäten, sehr selten tritt auch als Spätmenifestation die chronische Enzephalomyelitis mit Para- und Tetraparesen (Lähmungen) auf.
Diagnostik:
Labordiagnostik, diverse Tests.
Das Erythema migrans ist sogar in etwa 50% der Fälle seronegativ.
Therapie:
Die Therapie ist in der Frühphase in der Regel am erfolgreichsten, es wird keine generelle prophylaktische Antibiotikagabe nach Zeckenstich empfohlen. Für die Behandlung des Erythema migrans: Tetracyline, z.B. Dosycyclin.
Zeckenschnelltest
nach möglichst frühem Entfernen der Zecke mit Hilfe einer Pinzette können Sie diese untersuchen lassen:
http://www.zeckenschnelltest.de/
Umgang mit Zeckenstichen aus Sicht der Homöopathen:
Vollständige Entfernung der Zecke mittels einer Zeckenzange oder Pinzette. Die Zecke darf dabei nicht zerquetscht oder beschädigt werden, da ansonsten borrelienhaltige Inhaltsstoffe in den Organismus gelangen können.
Die Wunde sollte anschließend sorgfältig desinfiziert werden (handelsübliches Hautdesinfektionsmittel, sofern vorhanden), wahlweise auch örtliche Anwendung von unverdünnter Calendula-Tinktur/Ringelblumentinktur oder hochprozentigen Alkohol.
Homöopathische Behandlung von Zeckenstichen:
Vom ersten Tag des Zeckenstiches an:
Ledum palustre C30 Globuli, Einmalgabe 3 Globuli, langsam auf der Zunge zergehen lassen
anschließend 2-3 Globuli auf 100 ml Leitungswasser geben, drei Tage lang nach vorherigem 10x maligem Verkleppern mit einem Plastiklöffel, jeweils drei Teelöffel pro Tag einnehmen. Das Wasser bitte abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
Wenn Sie sich bereits in homöopathischer Behandlung befinden informieren Sie bitte Ihren Homöopathen/Ihre Homöopathin, damit Ihnen ein individuelles Folgearzneimittel, vorallem bei Auftreten eines Erythema migrans (Wanderröte) oder anderer Beschwerden verordnet werden kann.
Empfehlenswerte Lektüre:
Peter Alex, Borreliose, Hintergründe und Heilung
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Quelle: Robert-Koch-Institut
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