Ruhelos, reizbar,
eifersüchtig,
impulsiv, wütend,
provokant …
Im Alter von 6 Jahren
erschien Verena
Erstanamnese.
Im Vorfeld wurde ich
telefonisch von der Mutter über die aktuelle Problematik unterrichtet, weil sie
nicht wollte, dass „gewisse Themen“ in Gegenwart ihrer Tochter besprochen werden.
Verena ist das erste Kind der Familie. Sie hat noch einen jüngeren Bruder. Sie
kam mit
die ganze Familie. „Wenn
es so weitergeht, müssen wir Ritalin® geben, es ist
sonst nicht mehr auszuhalten“, erklärt ihre Mutter. Verena ist sehr
eifersüchtig auf ihren kleinen Bruder, den sie ständig piesackt. Sie ist immer
in Bewegung. „Wie getrieben“ will sie ständig irgendwo hin, ist aber schnell
k.o. und wird dann reizbar. Auch bei der Verfolgung ihrer Wünsche und Ziele ist
sie sehr hartnäckig. Die Mutter erzählt: „Alles ist ein ständiger Kampf“.
Verena wehrt sich gegen alle Verpflichtungen (Anziehen, Aufräumen) mit allen
zur Verfügung stehenden Mitteln.
Sie ist ein extremes
Kind. Im Kindergarten und später in der Schule ist sie zeitweise sehr brav, eckt aber durch ihr Verhalten oftmals an und provoziert
ihre Umgebung. Zu Hause ist es ständig schlimm. Körperlich neigt Verena zu
ständig wiederkehrenden Streptokokken-Infektionen mit Halsschmerzen, die
wiederholt mit Antibiotika behandelt wurden. Es besteht auch eine Neigung zu
Mittelohrentzündungen mit Paukenerguss. Sie bekommt schnell Augenringe, wenn sie müde ist. Die als
Kleinkind durchgemachten Windpocken wurden als „schwach ausgeprägt“
beschrieben. Wegen einer Blasenentzündung wurde sie schon einmal mit Cantharis homöopathisch behandelt.
An Impfungen hat sie
erhalten: 5fach + Hepatitis B, HIB, MMR. Weiter wird eine Neigung zu Hautausschlägen
in den Armbeugen – links stärker als
rechts – ohne Juckreiz beschrieben. Die Entwicklung verlief altersgemäß. Verena
hat Angst vor Gespenstern, sie braucht ein kleines Licht in der Nacht. Der
Schlaf ist unruhig, besonders
wenn sie tagsüber viel erlebt hat.
Sie ist dann oft überdreht. Sie ist gut organisiert, geht nachts alleine auf
die Toilette, war nie besonders anhänglich und ist sehr selbstständig. Ihre
Stimmung ist besonders nach einem
langen Kindergartentag und auch
morgens meist „mies“. Sie hat ein gutes Gespür für die Schwachstellen ihrer
Mitmenschen und nutzt diese gezielt aus. In der Familie will sie immer der „Bestimmer“ sein und kommandiert ihre Mutter herum. Oft ist
sie albern und lacht verlegen oder schadenfroh. Die Mutter beschreibt außerdem
ein starkes Nägelkauen, das sich unter Anspannung verstärkt. Während die Mutter
weiter berichtet, provoziert mich Verena mit äußerst frechen und
herausfordernden Blicken und erzwingt meine Aufmerksamkeit, indem sie meinen Schreibtisch mit Buntstiften bemalt.
Wenn sie etwas nicht gleich kann,
gibt Verena schnell auf, ist traurig und schnell gefrustet.
Sie will sich auch niemandem unterordnen und hasst alle äußeren Zwänge.
Allgemein ist sie sehr hitzig, duscht aber gerne heiß,
deckt sich nachts häufi
g auf und zu und läuft gerne barfuß.
Die erste verordnete Arznei wirkte
nur oberflächlich und kurz anhaltend. Verena war danach zuerst etwas
friedlicher und bekam eine leichte Erkältung. Danach verstärkte sich aber die Unruhe und schlechte
Stimmung wieder. In der Zwischenzeit erfolgte die Einschulung. Es wurde rasch
die Diagnose Legasthenie und ADHS
gestellt. Wegen der starken Impulsivität, der Eifersucht und der Modalitäten
bei einer akut aufgetretenen Halsentzündung entschied ich mich bei der
Folgekonsultation für die Verordnung von Lachesis C
der linken Seite auf. Lachesis C
den HNO-Arzt waren die Beschwerden
weg. Im Laufe der nächsten Monate verstärkte sich die Unruhe wieder und auch
das Nägelkauen wurde schlimmer. Dann traten erneut Windpocken auf. Auch dieses
Mal wurde
Lachesis C
In den Folgemonaten kam es mehrmals zu
akuten Erkrankungen, die aber keine Antibiotika-Behandlungen
nötig machten. Nachdem die
Impulsivität und Aggressivität schubweise immer wieder auftrat, was vor
allem der Mutter sehr zu schaffen
machte, entschloss ich mich zur Verordnung einer anderen Arznei aus dem
Tierreich, den Skorpion, in aufsteigender Q-Potenz. Danach wurde Verena’s Stimmung insgesamt viel besser und sie rastete nur
noch selten aus. Kurz aufgetretene akute Erkrankungen liefen ohne Probleme ab. Die Familiensituation entspannte sich zusehends.
Die Arzneigabe läuft nun seit einem Jahr, vor kurzem wurde die C
ist inzwischen kein Thema mehr. Die homöopathische
Behandlung ist noch nicht abgeschlossen. Es zeigt sich aber auch hier, dass es
sich lohnt durchzuhalten.
Frühlingstr.